
Karambol-Billard
Karambol-Billard (auch Carambolage, Carom) wird auf einem taschenlosen Tisch mit drei Bällen gespielt. Ziel: mit dem eigenen Spielball beide anderen Kugeln treffen. Die Königsklasse ist Dreiband, bei der mindestens drei Banden vor dem Karambol berührt werden müssen — eine der technisch anspruchsvollsten Cue-Sport-Disziplinen.
Tisch & Equipment
Klein: 2,10 × 1,05 m (Hobby) bis Wettkampf: 2,84 × 1,42 m (Matchbillard)
Keine — der Tisch hat keine Taschen
3 Stück, Ø 61,5 mm: weiß (Eigenball Spieler A), weiß mit Punkt oder gelb (Eigenball Spieler B), rot (Zielball)
ca. 1,40–1,45 m, leicht (16–18 Unzen), oft konische Spitze
schnelles, glattes Tuch (Simonis 300 Rapide oder Iwan Simonis 760), beheizter Tisch
Disziplinen
Dreiband
Königsdisziplin. Der Eigenball muss vor dem Treffen der zweiten Zielkugel mindestens 3 Banden (Banden- oder Eigenballkontakte) berühren. Durchschnitt der Top-Spieler: 1,8–2,5 Punkte pro Aufnahme.
Freie Partie
Klassisches Karambol ohne weitere Einschränkungen außer dem Anstoß-Setup. Höchste Serien möglich — Weltrekord >1.000.
Cadre (47/2, 71/2, 47/1)
Tisch ist in Felder unterteilt. In bestimmten Feldern dürfen Serien nicht zu lang werden — Spieler muss Bälle aus dem Feld manövrieren. Mehrere Cadre-Disziplinen je nach Feldgröße.
Einband
Eine Bande muss vor dem Karambol berührt werden. Mittelmaß zwischen Freier Partie und Dreiband.
Kunststoßserie / Artistic
Vordefinierte Trick-Shots werden absolviert. Showspiel mit detaillierten Punktelisten.
Grundregeln
- Treffer = beide andere Kugeln in einem Stoß berühren (= Karambolage = 1 Punkt).
- Beim Dreiband: vor dem zweiten Treffer mindestens 3 Banden berührt.
- Fehler / Foul = 0 Punkte, der Gegner kommt an den Tisch.
- Spielmodus: Punkte- oder Aufnahmen-Begrenzung (Partie auf 40 Punkte, oder 50 Aufnahmen).
- Keine 'Strafe' wie bei Pool — nur Punkte zählen.
Geschichte
Karambol-Billard ist die älteste der drei Cue-Disziplinen und hat Wurzeln im französischen Hofbillard des 18. Jahrhunderts. Frankreich, Belgien, Niederlande und Korea sind heute die Hochburgen. Torbjörn Blomdahl (SWE), Frédéric Caudron (BEL), Dani Sánchez (ESP) und Heung-Bok Choi (KOR) gehören zu den Größen. In Deutschland: Martin Horn, Ronny Lindemann.
Tipps für Einsteiger
- Anfangs Freie Partie spielen — Bandentechnik kommt später.
- Bandenwinkel berechnen lernen: Einfallswinkel = Ausfallswinkel (vereinfacht).
- Effet (Spin) erst spät einführen — erste Monate ohne Effet trainieren.
- Dreiband: Standard-Lösungen für Standard-Situationen lernen ('Tireurs', 'Replier', 'Dur').
Häufige Fragen
Warum hat der Tisch keine Taschen?
Karambol ist eine andere Spielidee — nicht Versenken, sondern Berühren mit Bandenführung. Der taschenlose Tisch erlaubt komplexe Bandenkombinationen.
Was bedeutet 'beheizter Tisch'?
Wettkampf-Karambol-Tische werden auf ~25–28 °C beheizt, damit das Tuch nicht durch Feuchtigkeit langsamer wird. Im Hobbybereich oft unbeheizt.
Wer ist der beste Karambol-Spieler aller Zeiten?
Diskutiert — Torbjörn Blomdahl (mehrfacher Weltmeister), Frédéric Caudron (höchster Allzeit-Durchschnitt) und Dick Jaspers gelten als die drei dominantesten Spieler der modernen Dreiband-Ära.
Karambol-Billard spielen — wo?
Im Billard Deutschland-Verzeichnis findest du Spielorte mit Karambol-Billard-Tischen in deiner Nähe. Cue-Details findest du im Tisch- und Cue-Vergleich.