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Detail eines Billard-Tisches mit Cue und Kugeln — Karambol-Spielsituation
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Taschenloser Tisch · Dreiband · Freie Partie · Cadre

Karambol-Billard

Karambol-Billard (auch Carambolage, Carom) wird auf einem taschenlosen Tisch mit drei Bällen gespielt. Ziel: mit dem eigenen Spielball beide anderen Kugeln treffen. Die Königsklasse ist Dreiband, bei der mindestens drei Banden vor dem Karambol berührt werden müssen — eine der technisch anspruchsvollsten Cue-Sport-Disziplinen.

© Pavel Danilyuk (Pexels)

Tisch & Equipment

Spielfeld:
Klein: 2,10 × 1,05 m (Hobby) bis Wettkampf: 2,84 × 1,42 m (Matchbillard)
Taschen:
Keine — der Tisch hat keine Taschen
Kugeln:
3 Stück, Ø 61,5 mm: weiß (Eigenball Spieler A), weiß mit Punkt oder gelb (Eigenball Spieler B), rot (Zielball)
Cue:
ca. 1,40–1,45 m, leicht (16–18 Unzen), oft konische Spitze
Tuch:
schnelles, glattes Tuch (Simonis 300 Rapide oder Iwan Simonis 760), beheizter Tisch

Disziplinen

Dreiband

Königsdisziplin. Der Eigenball muss vor dem Treffen der zweiten Zielkugel mindestens 3 Banden (Banden- oder Eigenballkontakte) berühren. Durchschnitt der Top-Spieler: 1,8–2,5 Punkte pro Aufnahme.

Freie Partie

Klassisches Karambol ohne weitere Einschränkungen außer dem Anstoß-Setup. Höchste Serien möglich — Weltrekord >1.000.

Cadre (47/2, 71/2, 47/1)

Tisch ist in Felder unterteilt. In bestimmten Feldern dürfen Serien nicht zu lang werden — Spieler muss Bälle aus dem Feld manövrieren. Mehrere Cadre-Disziplinen je nach Feldgröße.

Einband

Eine Bande muss vor dem Karambol berührt werden. Mittelmaß zwischen Freier Partie und Dreiband.

Kunststoßserie / Artistic

Vordefinierte Trick-Shots werden absolviert. Showspiel mit detaillierten Punktelisten.

Grundregeln

  • Treffer = beide andere Kugeln in einem Stoß berühren (= Karambolage = 1 Punkt).
  • Beim Dreiband: vor dem zweiten Treffer mindestens 3 Banden berührt.
  • Fehler / Foul = 0 Punkte, der Gegner kommt an den Tisch.
  • Spielmodus: Punkte- oder Aufnahmen-Begrenzung (Partie auf 40 Punkte, oder 50 Aufnahmen).
  • Keine 'Strafe' wie bei Pool — nur Punkte zählen.

Geschichte

Karambol-Billard ist die älteste der drei Cue-Disziplinen und hat Wurzeln im französischen Hofbillard des 18. Jahrhunderts. Frankreich, Belgien, Niederlande und Korea sind heute die Hochburgen. Torbjörn Blomdahl (SWE), Frédéric Caudron (BEL), Dani Sánchez (ESP) und Heung-Bok Choi (KOR) gehören zu den Größen. In Deutschland: Martin Horn, Ronny Lindemann.

Tipps für Einsteiger

  • Anfangs Freie Partie spielen — Bandentechnik kommt später.
  • Bandenwinkel berechnen lernen: Einfallswinkel = Ausfallswinkel (vereinfacht).
  • Effet (Spin) erst spät einführen — erste Monate ohne Effet trainieren.
  • Dreiband: Standard-Lösungen für Standard-Situationen lernen ('Tireurs', 'Replier', 'Dur').

Häufige Fragen

Warum hat der Tisch keine Taschen?

Karambol ist eine andere Spielidee — nicht Versenken, sondern Berühren mit Bandenführung. Der taschenlose Tisch erlaubt komplexe Bandenkombinationen.

Was bedeutet 'beheizter Tisch'?

Wettkampf-Karambol-Tische werden auf ~25–28 °C beheizt, damit das Tuch nicht durch Feuchtigkeit langsamer wird. Im Hobbybereich oft unbeheizt.

Wer ist der beste Karambol-Spieler aller Zeiten?

Diskutiert — Torbjörn Blomdahl (mehrfacher Weltmeister), Frédéric Caudron (höchster Allzeit-Durchschnitt) und Dick Jaspers gelten als die drei dominantesten Spieler der modernen Dreiband-Ära.

Karambol-Billard spielen — wo?

Im Billard Deutschland-Verzeichnis findest du Spielorte mit Karambol-Billard-Tischen in deiner Nähe. Cue-Details findest du im Tisch- und Cue-Vergleich.